25. Mai 2013

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry - Racel Joyce

Titel: Die Unwarscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
Autor: Racel Joyce
Hardcover, 378 Seiten
ISBN: 978-3-8105-1079-2
Preis: 18,99€
Verlag: Fischer Verlag



Inhalt
Harolds Leben ist schier eintönig geworden, er lebt neben seiner Frau her in einem kleinen beschaulichen Ort, bis ihn an einen dieser Tage ein Brief erreicht. Ein Brief einer erst lang vergessenen "Freundin" namens Quennie. Sie teilt ihm mit, dass sie sich verabschieden wollte, weil sie unheilbar an Krebs erkrankt ist.
Bestürzt über die Zeilen, versuch Harold seine Gefühle in Worte zu verfassen und möchte auch ihr einen Brief zukommen lassen aber dann überschneiden sie sich die Ereignisse und Harold ergreift den Schluss Quennie zu besuchen und zwar zu Fuß. 87 Tage lang wandert er durch die Orte in der Hoffnung, ihr neues Leben schenken zu können.

Meine Meinung
Die Geschichte wird vorwiegend in Harolds Sicht geschrieben, zeitweise aber auch in der Sicht seiner Frau Mareen, was mir sehr gut gefiel. Somit konnte ich nicht nur seine Gedankenwege verfolgen, sondern auch diese von Maureen. Deren Schmerz ganz anders zu sein schien, als Harolds. Langsam berührend und fast poetisch beschreibt Rachel Joyce seinen Weg bis nach Berwick Upon Tweed.
Das Treffen mit anderen Menschen, sein Denken über die Vergangenheit. Vergessene und verdrängte Erinnerungen tauchten plötzlich wieder vor seinem inneren Auge auf. Gute sowie schlechte, die ihn plötzlich auch einen ganz anderen Blickwinkel betrachten ließen. Harold war es gewohnt all seinen Kummer und Frust hinunter zu schlucken und nie wieder über einzelnen Sachen nachzudenken, er hat sie schlichtweg verdrängt aber als er auf dem Weg diese Zeit findet, zu sich selbst zu finden,
kann er auch Frieden mit sich selbst, seinem Sohn und seiner Frau Maureen schließen, den er sich so lang gegen gewehrt hatte.

Die Autorin verrät nie zu viel, sondern lässt einen sanft in die Geschichte eintauchen und die Wahrheit erfahren, die hinter all diesem steckte. Dies war so zärtlich und leise beschrieben, dass es mich emotional tief berührt hat.

Denn auch das Thema der Trauer und dem Tod hat hier seinen Platz und zeigt hier, welche Handlungsweisen es danach gibt.
Maureen die sich in einen Käfig aus Traurigkeit schloss und ihr Nachbar Rex, der dieser Verlust sichtlich schmerzte er aber
trotzdem immer wieder versucht sein Leben weiter zu leben.

Auch bietet dieses Buch sehr schöne Textstellen, die mich immer wieder zum Nachdenken gebracht haben:


  • "Man muss nur daran glauben, dass ein Mensch wieder gesund werden kann. Unser Geist ist viel größer, als wir begreifen. Wenn wir fest an etwas glauben, können wir alles schaffen."

  • "Wenn er diesen Weg ging, um alte Fehler wiedergutzumachen, so bestand seine Reise auch darin, die Eigenart anderer zu akzeptieren."

  • "Ich vermisse sie die ganze Zeit. Ich weiß im Kopf, dass sie nicht mehr ist, aber ich halte immer noch nach ihr Ausschau.Geändert hat sich nur eines: Ich gewöhne mich an den Schmerz. Es ist, wie wenn sich im Boden ein großes Loch auftut. Anfangs vergisst man, dass es da ist, und stolpert dauernd rein. Nach einer Weile ist das Loch zwar noch da, aber man hat gelernt, außen herum zu gehen"

  • "Die Menschen, denen er begegnete, die Orte, die er durchquerte, waren Schritte auf seiner Reise, und jedem einzelnen von ihnen räumte er einen Platz in seinem Herzen ein."



Mein Fazit
Ich kann Jedem das Buch empfehlen, der leise Töne liebt, denn diese Geschichte fährt nicht mit Action oder Dramatik auf. Es sind die leisen poetischen Worte, die einen zum Nachdenken anregen.


Von mir gibt es: 5 von 5 Pfoten

Bild, Zitate und Klappentext: (c) Fischer Verlag  Quelle
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